Festkonzert zum Jubiläum

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Cappella Nova und die Musicamerata musizieren in der Wallfahrtskirche Unterkochen

(von Christine Bausch)

Es wurde ein Festkonzert, der Schönheit des sakralen Baus gerecht. „250 Jahre barocke Wallfahrtskirche“ feierte Ralph Häcker mit seinen Ensembles Cappella Nova und Musicamerata in Unterkochen am Sonntagabend mit einem exquisiten Programm.

Stets ein glückliches Händchen bei der Werkauswahl für die traditionell am dritten Advent in der Wallfahrtskirche stattfindenden Konzerte beweist Ralph Häcker schon seit Jahren. Für den Leiter des Chores Cappella Nova und des Orchesters Musicamerata gilt es dabei in diesem Jahr auch auf das Jubiläum „250 Jahre barocke Wallfahrtskirche“ einzugehen, das die Kirchengemeinde St. Maria Unterkochen feiert. So erklingen am Sonntag barocke Kostbarkeiten, wie sie Mitte des 18. Jahrhunderts aktuell waren.

Drei Komponisten, genau vor 300 Jahren geboren, paaren ihre musikalische Kunst mit der frischen Herangehensweise der ausführenden Musiker. „Tochter Zion, freue dich“ schallt es durch den Raum, als ein berührendes Konzert schließlich mit Händels Tonschöpfung endet. Auch wenn exponierte Hörner hier nicht ebenbürtig zu zauberhaft klaren Frauenstimmen agieren, die weihnachtliche Stimmung ist in der Kirche zum Greifen nah.

Zu Lebzeiten ist er hoch angesehen, doch sein Nachruhm als großer Kirchenkomponist bleibt ihm nur ein gutes Jahrhundert. Werke von Gottfried August Homilius finden erst seit Kurzem wieder vermehrt Gehör. Die Festkantate zum dritten Advent, „Frohlocke, Zion, dein Erlöser“ beginnen 40 Sängerinnen und Sänger in bester Abstimmung mit den Instrumentalisten, überzeugen mit luftiger wie kraftvoller Tongestaltung. Eingangschor und Choralstrophen aus den Kirchenliedern „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ und „Wend’ von mir nicht dein Angesicht“ dirigiert Ralph Häcker frisch und zügig, jedoch nie zum Nachteil von leidenschaftlicher Ausdeutung und rhythmischer wie dynamischer Feinheit. Als souveräne Solistin agiert Altistin Simone Häcker-Brune mit leider etwas zu kleiner Stimme.

So verliert sich ihre vorzügliche Textausdeutung teils in den Klängen des Orchesters. Fast vergessen ist Komponist Niccolò Jommelli und sein „Te Deum“. Geschrieben zum 35. Geburtstag des Herzogs Karl Eugen von Württemberg, erstrahlt das Werk in der Wallfahrtskirche voller Erhabenheit. Prächtig die Klangkraft und Beweglichkeit des Chores, innig die Bilder, welche die Altistin zeichnet, betörend die Verschmelzung beider solistischer Frauenstimmen. Carl Philipp Emanuel Bachs „Magnificat“ eröffnet mit strahlendem Eingangschor, bevor Sopranistin Angelika Lenter ein stimmlich kunstvoll gestaltetes Wechselspiel mit den Violinen beginnt. Schwerer tun sich die Männerstimmen. Tenor Rüdiger Linn vermag stimmtechnisch kaum zu überzeugen, selten beschäftigt ist Bassist Christian Dahm. Vielleicht wirkt seine Arie „Fecit potentiam“ deshalb übermotiviert, zu Lasten der Tongestaltung.

Geballte Klangschönheit, gewaltiger Lobgesang von Chor, Orchester und Solisten erfüllt den Kirchenraum, beschließt das Werk. Freudig streben Koloraturen in die Höhe, kraftvoll krönt die Schlussfuge ein bewegendes Konzerterlebnis.

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